Louise Lemón und die Dunkelheit.

Musik

Ihr sagt „Death Gospel“, wir sagen „Äh…nö. Danke. Eher nicht“. Einer Promo-Mail, die Musik mit der Genrebezeichnung „Death Gospel“ anpreist, stehen wir um ehrlich zu sein doch dezent voreingenommen und eher kritisch gegenüber. Bei Louise Lemón haben wir aber nun doch mal eine Ausnahme gemacht und uns eingehender mit der Dame aus Schweden beschäftigt – der Name ist einfach zu hübsch.


Der Fluch eines audiolastigen Blogpostfachs besteht darin, dass man irgendwann eine gewisse Übersättigung empfindet, was die zweitschönste Nebensache der Welt betrifft: das Entdecken neuer Musik. Die E-Mail zu der schwedischen Sängerin Louise Lemón hatte es dem entsprechend schwer. Und dann noch die Sache mit dem Death Gospel! (Für alle die sich jetzt fragen, was das eigentlich ist… wir mussten es auch erstmal googlen.)
Death Gospel

Manchmal lohnt es sich jedoch genauer hinzuhören. So auch bei Frau Lemón, die uns als eine (musikalische) Mischung aus Lana Del Rey, The Kills und PJ Harvey verkauft wurde. Und ja, wir geben es ja zu: The Kills zu erwähnen, zieht bei uns einfach immer. Aber zurück zu der reizenden Schwedin, deren neue Single „Egyptian Darkness“ uns mit seinem langsamen aber beharrlichen Beat nun doch wirklich trotz Gospel-Androhung mehr als angefixt hat. Die Bibeltauglichen und Kinofilmfreunde werden sich erinnern: Da war doch was mit Moses und der dreitägigen Dunkelheit in Ägypten. Gleichnis des Exodus und so. Inhaltlich geht es aber um deutlich mehr:

„Egyptian Darkness is a song about keeping on walking on your own path, even if you’ve been completely blinded. Not bending over backwards or doubting yourself and understanding that there is a great meaning and a huge power in doing so. I wanted the sound to really relate to this massive force. The song and especially the outro was created in the rehearsal space and the musicians playing on the track had a big part in creating the sound. “  (Louise Lemón)

Tatsächlich klingt die Dame ein klein wenig wie Alison Mosshart. Und auch die Musik selbst hat es in sich: eindringlich, düster, stark und zugleich überraschend ätherisch-leicht. In jedem Fall aber: sehr intensiv.

Wer nun mehr will, kann sich auf die am 3.März 2017 via Icons Creating Evil Art erscheinende EP „Purge“ freuen, die in einer einsamen Hütte im Wald der historischen Provinz von Dalarna im Herzen von Schweden aufgenommen wurde.

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