2014: Ein äußerst subjektiver Jahresrückblick.

Kaffeepause

2014Und weil es hier Schlag auf Schlag mit den rührseligen Anlässen geht, verabschieden nun auch wir uns ins Jahr 2015, trinken den letzten Schluck vom Kaffee und werfen einen kritischen Blick auf das vergangene Jahr, in dem wir so verdammt viele Dinge zum ersten Mal gemacht haben.

2014:

Wir sind das erste Mal alleine ohne Begleitung geflogen.
Wir haben das erste Mal ein portugiesisches Krankenhaus von innen gesehen.
Wir haben uns das erste Mal eingehender mit dem Thema “Leseverhalten” bei Online-Texten beschäftigt und uns ein bisschen in die Materie verliebt.
MarmeladeWir haben das erste Mal selbst Marmelade aus Johannisbeeren aus dem elterlichen Garten gemacht.
Wir haben unsere erste benotete Hausarbeit geschrieben.
Wir haben das erste Mal gehört, dass auch Delphine Drogen nehmen. Oder vielmehr auf ihnen rumkauen.
Wir haben das erste Mal in einer Hängematte gelegen und träge in den Treptower Sommerhimmel geblinzelt.
Wir waren das erste Mal alleine bei Konzerten.
Wir haben das erste Mal Brody Dalle solo gesehen.

Wir haben uns das erste Mal gefragt, ob es “auf”, “in” oder “bei” Konzerten heißt.
FroschWir hatten das erste Mal einen sprungfreudigen, orientierungslosen Frosch im Nacken.
Wir haben das erste Mal erlebt, dass ein Gasherd sich direkt neben uns mit einer imposanten Gasverpuffung, einem lauten Knall und aus dem Unterschrank springenden Schubladen aus der Verankerung gelöst hat.
Wir haben das erste Mal eine gute Antwort auf die Frage gefunden, ob wir Pornos konsumieren.
Wir haben das erste Mal festgestellt, dass selbst die beste Freundschaft endlich ist.
Wir haben aber auch das erste Mal gemerkt, dass manch eine unserer Freundschaften intensiver ist als wir vorher dachten.
Wir waren das erste Mal auf einer Party, wo wir niemanden außer dem Gastgeber kannten (und haben uns nicht schüchtern nach einer halben Stunde wieder verdrückt!).
Wir haben nach 24 Jahren Freundschaft das erste Mal mit unser Kindergartenfreundin Schnaps getrunken.
Wir haben uns gleich beim ersten Hören in die Band “Elephant” verliebt.
Wir haben das erste Mal gemerkt, dass unsere Eltern erwachsen geworden sind und wir langsam aufhören können uns dauernd um sie zu sorgen.
Wir haben das erste Mal erfahren wie es ist, wenn jemand uns einfach so monatlich Geld dazu gibt, einfach damit wir etwas entspannter studieren können.
Wir waren das erste Mal mit unserer Mutter im Theater.
AtlantikWir waren das erste Mal nackt im Atlantik baden.
Wir haben unser erstes Kleid ohne Schnittmuster und Vorlage genäht und es auch sogar danach getragen, ohne dass es auseinandergefallen ist.
Wir haben das erste Mal gehört, dass es mehr als einen Fink gibt.
Wir haben das erste Mal festgestellt, dass Rotwein doch schmecken kann.
Wir haben unser erstes brasilianisches Lied zur Fußball-WM kennen und lieben gelernt.
Wir waren das erste Mal am südwestlichsten Punkt Europas.
Wir haben das erste Mal Menschen gesehen, die versuchen beim Orgasmus zu singen oder vorzulesen.
Wir waren das erste Mal für die Kungerkiez-Galerie in Treptow tätig.
Wir haben zum ersten Mal gemerkt, dass wir die Kontrolle sehr wohl ab und zu mal abgeben können.
Wir haben das erste Mal Arcade Fire als Arcade Fire gesehen (und nicht als Reflektors wie 2013).
Wir haben zum ersten Mal unseren Geburtstag gefeiert und nicht kurz vorher einen Rückzieher gemacht.
2014-06-04_02_27_20Wir haben zum ersten Mal auf unserem Balkon Peperoni wachsen lassen.
Wir haben das erste Mal unsere Begeisterung für Pinguine entdeckt.
Wir haben das erste Mal gesehen, wie man Geschenke viel einfacher einpacken kann.
Wir haben in einer Vorlesung das erste Mal gedacht, dass wir in der Uni angekommen sind.
Wir haben uns das erste Mal wirklich über die Dänen und ihre Wahlpolitik gewundert.
Wir haben das erste mal gehört, dass es nicht “neumannklug”, sondern “neunmalklug” heißt.
Wir haben unsere erste und hoffentlich auch letzte Statistikklausur ohne Taschenrechner geschrieben.
Wir haben zum ersten Mal Musikvideos ohne Musik gesehen.
Wir haben das erste Konzeptkonzert erlebt, bei dem an zwei Abenden sämtliche Alben der Bandhistorie in genau der bestehenden Reihenfolge gespielt wurden. Vom ersten bis zum letzten Song.
Wir haben nach zwei Großcousins unsere erste Großkusine bekommen.
Wir haben zum ersten Mal gedacht, dass wir mit unserer Hochsensibilität vielleicht doch ganz gut leben können.
Wir haben unsere ersten Socken gestrickt.
Wir haben das erste Mal gelernt, dass Grizzlybären ganz nett sein können.
Wir haben die erste korrekte Reaktion auf einen Shitstorm kennengelernt.
Wir haben zum ersten Mal am 31.12. gedacht, dass wir unser Leben gerade eigentlich verdammt gerne mögen. Dass wir glücklich sind.